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Er kam, er sah, und was er oft sah, machte ihn nicht glücklich, es erschöpfte ihn oft. Manchmal beschrieb er, was er sah. Trotzdem kämpfte und überwältigte er weiter.


 

2019-08-11

Wir Barbaren

Wir Barbaren

Wenn ich sterbe, weine nicht. Ich bin nicht wirklich tot, das musst du wissen.
Es ist nur ein Körper, den ich zurückgelassen habe. Ich bin nur tot, wenn du es vergessen hast. Und wenn ich sterbe, trauere nicht. Ich bin nicht wirklich weg, das musst du wissen. Es ist die Nostalgie, die ich zurückgelassen habe. Ich bin nur tot, wenn du das vergisst.
Und wenn ich sterbe, weine nicht. Ich bin nicht wirklich tot, das musst du wissen. Es ist der Wunsch, den ich zurückgelassen habe. Ich bin nur tot, wenn du das vergisst. Ich bin nicht tot, bis du mich vergessen hast.

B. Vermeulen

Wir Barbaren

Als es sonst überall Zivilisationen gab, jagten wir noch in Tierhäuten im Wald. Ich habe dies in Bezug auf unsere Geschichte so oft gehört. Es hat etwas Minderwertiges, wenn man es so betrachtet. Als ob die Welt, in der wir jetzt leben, so viel besser wäre.

Wir lebten im alten Europa seit Zehntausenden von Jahren in familiären Stammesgruppen in Urwäldern, die unseren Kontinent überspannten. Wie zum Beispiel der Herkynischer Wald, von dem der Thüringer Wald, der Harz, der Schwarzwald, der Odenwald und der Böhmerwald nur die schwachen Auszüge dessen sind, was er einmal war.
Und in so einem Lebensraum füllten unsere Vorväter ihre Tage mit Jagd und Kampfkunst. Allmählich mit dem Aufkommen der Landwirtschaft zog das Leben in das Dorf und dort lebten wir mit unseren Familien in einer Sippe zusammen. Wir haben unsere Geschichten nicht aufgeschrieben, aber wir haben sie über Zehntausende von Jahren in Liedern gesungen und von Generation zu Generation weitergegeben.
Fleiß war eine Selbstverständlichkeit. Bevor der Winter und die Kälte kamen, musste die größte Arbeit geleistet werden. Nur gut vorbereitet konnte man den Winter überbrücken und überleben. Unsere raue Umgebung beseitigte die Schwäche. Das trübe Licht durch das grüne Laub in den Wäldern und die dunklen Wintermonaten haben unsere Augen, Haut und Haare heller gemacht. Unentbehrlich, um Vitamin D aus dem spärlichen Licht der Sonne in unserem Fett zu speichern.
Die mündlichen Überlieferungen und die vorausschauende Planung für den Winter und die Zwangsunterkunft in der dunklen Winterperiode haben unser Gedächtnis geschult und unsere abstrakten Denkfähigkeiten entwickelt.
Wir wurden nicht von Gold und Silber angeführt, sondern von Ehre und Stolz. Alles, was wir brauchten, fanden und bekamen wir von der Natur. Sie sahen sich nicht die Position von jemandem an, sondern hörten auf das Gewicht ihrer Worte auf dem Volks- und Gerichtsversammlung Das altgermanische Thing.
Das Leben muss zu dieser Zeit unglaublich gut und bedeutungsvoll gewesen sein. Fortschritte im technischen Bereich waren daher wahrscheinlich nicht erforderlich.

Alles wurde anders, als die Schwächlinge an den Grenzen unseres Stammesreichs geschwächt und bestochen wurden. Es sind immer die Schwächeren, die als Erste korrumpieren. Danach wurde alles anders. Sie kamen, um uns Barbaren die Zivilisation zu bringen, sagten sie. Komplette Stämme wurden dann ausgerottet, unsere Brüder, Schwestern und Kinder mit Zehntausenden anderen geschlachtet. So viel organisierte Gewalt. Das hatten unsere Leute noch nie erlebt.
Die Grenzen unseres Stammesreichs haben sich weiter verschoben, befreundete Völker haben tapfer gekämpft, aber ohne Erfolg. Später gelang es uns, sie zu stoppen, und der Rhein wurde für eine Weile eine natürliche Grenze.
Mit wem man sich anfreundet, damit wird man infiziert. Und einige von uns vergaßen die alten Bräuche, brachen mit unseren Göttern und wurden wie sie.
Und damit kam aus der Wüste eine Lehre, die unserem Volk aufgezwungen wurde. Unsere Bräuche und Gewohnheiten wurden uns genommen oder transformiert. Und unsere Wölfe wurden ausgerottet und was blieb, waren die domestizierten Hunde, die sich um die Schafe kümmerten.
Abgeschnitten von unseren Wurzeln, abgeschnitten von unserer Identität, mussten wir lernen, die Welt wieder zu verstehen. Und wir haben das getan, wie es kein anderer Mensch in der Geschichte für uns getan hat. Wir haben gelernt, wir haben geschaffen und erfunden. Wir haben erobert, wir haben gezwungen, und im rücksichtslosen Streben nach immer mehr haben wir unsere eigenen Brüder in schrecklichen Kriegen getötet. Mit jedem sogenannten Fortschritt sind wir weiter denn je von unserem Weg entfernt. Wir haben nie wieder gefunden, was wir verloren hatten.

Und jetzt leben wir in einer Zeit, in der der Kaufmann langsam die Macht der Kirche übernommen hat und seine Religion des Geldes die Welt beherrscht. Unsere Stämme sind seitdem verlassen und unser Land mit dem Blut unserer Vorfahren hat keinen Wert mehr für den Kaufmann und seine Sklaven. Was passiert nach die Zeit, wenn die Zeit des Kaufmanns in Gier versinkt?

Wir sind erst tot, wenn die Fackelträger, die die Asche ihrer Vorfahren aufbewahren und die Flamme brennen lassen, nicht mehr da sind und vergessen wurden.

Ingvy

Ingvy - 22:11:49 | Kommentar hinzufügen